Kurz gesagt

Die Schweiz hat eine Leerwohnungsziffer von rund einem Prozent, in Zürich, Genf und Zug deutlich darunter. Ursachen sind Zuwanderung, kleinere Haushalte und zu wenig Neubau. Bund, Kantone und Städte reagieren mit einem Aktionsplan, schnelleren Bewilligungen, Verdichtung und Förderung des gemeinnützigen Wohnungsbaus.

Ein Markt ohne Luft

Wer in Zürich, Genf, Lausanne oder Zug eine Wohnung sucht, kennt das Bild: Dutzende Interessierte an einer Besichtigung, Mieten, die mit jedem Mieterwechsel springen. Die Leerwohnungsziffer liegt schweizweit bei rund einem Prozent, in den Zentren noch tiefer. Eine Ziffer von 1,5 Prozent gilt als ausgeglichener Markt.

Die Ursachen

Die Nachfrage wächst: Zuwanderung, mehr Einpersonenhaushalte und steigende Flächenansprüche treiben sie. Das Angebot hinkt hinterher. Die Zahl neu erstellter Wohnungen ist über Jahre gesunken, weil Bauland knapp, Verfahren lang und Einsprachen häufig sind. Gestiegene Baukosten und Zinsen haben zusätzlich gebremst.

Was Bund, Kantone und Städte tun

Der Bund hat mit Kantonen, Städten und Branche einen Aktionsplan gegen die Wohnungsknappheit vereinbart. Er setzt auf Verdichtung, schnellere Bewilligungen, bessere Nutzung bestehender Bauten und mehr gemeinnützigen Wohnungsbau. Städte wie Zürich verfolgen das Ziel, den Anteil gemeinnütziger Wohnungen zu erhöhen, kaufen Land und vergeben Baurechte an Genossenschaften.

Die Rolle der Planenden

  • Verdichten mit Qualität: Aufstockungen, Ersatzneubauten und Umnutzungen schaffen Wohnraum im Bestand.
  • Flächeneffizienz: Kompakte Grundrisse, Clusterwohnungen und gemeinschaftliche Räume senken den Flächenbedarf pro Person.
  • Schnellere Prozesse: Saubere Baugesuche, frühe Abstimmung mit Behörden und Nachbarschaft reduzieren Einsprachen.
  • Bezahlbar bauen: Einfache Konstruktionen, Vorfabrikation und Standardisierung senken Kosten, ohne Qualität zu opfern.

Ausblick

Die Wohnungsknappheit wird die Branche über Jahre beschäftigen. Sie ist aber auch eine Chance für Architektur, die zeigt, dass dichter, günstiger und besser kein Widerspruch ist.

Häufige Fragen

Warum werden nicht einfach mehr Wohnungen gebaut?

Bauland ist knapp, Verfahren dauern lang, und Einsprachen verzögern Projekte um Jahre. Dazu kommen gestiegene Baukosten und Zinsen, die Investitionen bremsen. Verdichtung im Bestand ist deshalb der wichtigste Weg zu mehr Wohnraum.

Was bringt gemeinnütziger Wohnungsbau?

Genossenschaften vermieten zur Kostenmiete, also ohne Gewinn. Das dämpft Mieten langfristig, erfordert aber Bauland zu tragbaren Preisen und Darlehen, etwa aus dem Fonds de Roulement des Bundes.

Quellen

  1. Bundesamt für Wohnungswesen BWO – BWO
  2. Wohnbaugenossenschaften Schweiz – WBG Schweiz

Veröffentlicht 27. Okt. 2026, 21:26. Fehler gefunden? Redaktion kontaktieren.